Jonas in Peru


Am 1. September hat mein FSJ begonnen…

Es fing an mit den 2x 10 Seminartagen. Dort habe ich andere FSJler kennengelernt, die in verschiedene Teile der Welt gehen, wie z.B. Spanien, Ungarn oder auf die Philippinen. Wir wurden bei wunderbarem Wetter (zumindest während des 1. Seminars) und einer tollen Gemeinschaft über den Umgang mit fremden Kulturen unterrichtet und hatten viel Spaß.

Nach Peru flog ich dann am 1. Oktober; von Frankfurt über Sao Paulo bis Lima.Dort blieben wir 3 Tage im Gästehaus unserer Organisation, in denen wir uns an den Zeitunterschied von 7 Stunden und an die peruanische Kultur gewöhnten und letzte bürokratische Sachen erledigten. Dabei ist mir auch bewusst geworden, wie besonders mein Name ist; in fast jedem Büro gab es Schwierigkeiten mit dem „ß“, viele dachten, ich hätte falsch unterschrieben.

Eine kulturelle Besonderheit, an die wir uns hier gewöhnen mussten, ist der Straßenverkehr: Ins Auge fallen zuerst die verschiedenen Autos, von rostigen Käfern, über alte amerikanische Laster, bis hin zu fahrenden Statussymbolen. Aber alle Fahrzeuge haben Kratzer, Dellen und abgefahrene Reifen. Auch die StVO wirkt sehr interessant: Es gibt oft Ampeln mit Countdown, der aber teilweise Zahlen überspringt und an die sich nicht immer jeder hält. Geschwindigkeitsbegrenzungen werden auch oft ignoriert, nur durch Staus und durch extra angelegte Schwellen wird der Verkehr gebremst; Zebrastreifen und Sicherheitsgurte haben keine Bedeutung. Das Wichtigste ist übrigens die Hupe, mit ihr signalisiert man z.B., dass man abbiegen möchte, eine Kreuzung passiert, überholt, nicht überholen kann, als Busfahrer, wenn man mögliche Kunden sieht, dass man wenden will und natürlich auch, dass der Vorrausfahrende zu langsam fährt, nicht die grüne Ampel gesehen hat oder einfach nervt.

Nach diesen kleinen Kulturschocks ging es am 4. Oktober weiter nach Arequipa, eine sonnige und schöne Stadt 2 Stunden vom Meer entfernt und viel sonniger und schöner als Lima.

Ich wohne jetzt bei einer netten peruanischen Familie in einem wunderschönen, historischen Haus zusammen mit den anderen Freiwilligen aus Deutschland und einer Kanadierin, die hier auch Spanisch lernt. Die Familie ist wohl ziemlich groß, es kommen immer mal wieder Leute zu Besuch und irgendwo im Haus wohnen auch die erwachsenen Kinder der Gastmutter, die ich erst kaum gesehen habe.
Zu essen gibt es immer sehr viel, eigentlich zu viel, aber da die Portionen schon auf den Tellern liegen, kann man schlecht ablehnen. Während und nach dem Essen wird auch immer viel geredet, allerdings nur auf Spanisch, da keiner Deutsch oder Englisch spricht. So können wir nur raten, Katrin fragen (sie spricht besser Spanisch), Lisa auf Englisch fragen oder durch Gesten kommunizieren – nicht gerade einfach!
Aber wir sind ja schon fleißig am Spanisch lernen, also dürfte das für uns bald kein Problem mehr sein. :)


" Es ist super aus der bekannten Umgebung rauszukommen und man lernt richtig viel durch und über den Umgang mit anderen Menschen aber auch über sich selbst, zum Beispiel, dass ich gerne ältere Gäste bediene. "

Regine, England