Jasmin in Spanien

Wunderbares Spanien!

Meine Reise hat mich nach Spanien geführt, hier wohne ich nun mit meinen 2 Mitfreiwilligen in einer WG. Wir arbeiten hier mit einem wunderbaren Missionarsehepaar zusammen, mit denen wir uns auch regelmäßig austauschen, Erfahrungen verarbeiten, Projekte auf die Beine stellen oder einfach Zeit zusammen verbringen. Zwei Tage in der Woche arbeite ich noch in einem sozialen Hilfsprojekt. Was ich genau in diesen beiden Einsatzbereichen mache, will ich euch jetzt kurz berichten!  

Erste Eindrücke in der Gemeinde und der Obdachlosenhilfe

Als ich das erste Mal zum Gottesdienst in meine Gemeinde hier ging, (ich arbeite ja 50% in der Sozialarbeit und 50% in der Gemeindearbeit), da durfte ich so eine Überraschung erleben! Die Menschen dort waren so voller Liebe, ehrlicher Herzlichkeit und Freude für uns !!

Gott hat ihre Herzen so vorbereitet für uns, das war soooo schön ! =) Ich fühle mich dort so wohl und genau am richtigen Ort ! Es ist eine recht kleine Gemeinde, ca. 40 Mitglieder, aber eine einzige Familie, und das lassen sie dich spüren :-) .

Nachdem ich dann überglücklich und mit einigen Lippenstiftabdrücken versehrt nachhause kam, fing dann am Dienstag unsere Arbeit im sozialen Hilfsprojekt an.

Auch dort ist alles viel schöner und herzlicher als ich es mir je hätte vorstellen können! Morgen und Mittags wird an 3 Tagen ein Essen angeboten, dass jeder wahrnehmen kann (vor allem Obdachlose), außerdem gibt’s die Möglichkeit zum Duschen, Kleidung bekommen und zum Haare schneiden.

Parallel dazu gibt es noch ein vom Staat finanziertes Lebensmittelprogramm, bei dem Menschen, die zu wenig zum Überleben haben (fast alles Arbeitslose, noch mit Wohnsitz), 1x pro Monat Grundlebensmittel bekommen. Das ist meist 2x mal die Woche, Vormittags und nachmittags. Hier habe ich auch schon mitgearbeitet. Zu beiden Angeboten kommen so viele Menschen, Stunden vorher stehen sie schon an, und es werden kaum weniger. Gerade sind es viel zu wenig Lebensmittel, die Leute flehen dich an, dass sie nicht wissen wie sie ihre Familien durchbringen sollen mit so wenig Lebensmitteln aber und du kannst nichts machen, wir dürfen nur soviel rausgeben wie auf den Listen steht. Das macht mich öfter nachdenklich über mein Leben in Deutschland, und auch traurig, weil ich die Not der Menschen sehe, die Hoffnungslosigkeit in ihren Augen. Auch bei den Mahlzeiten sehe ich, was für Menschen dort kommen. Kinder, Jugendliche in meinem Alter, alte Leute, ganze Familien, die alle sonst nichts zu essen hätten, und fast alle davon sind obdachlos. Ich erfahre hier viel was mich stutzen lässt, erschreckt oder berührt, und was man sich in Deutschland schwer vorstellen kann.

Ja es ist Europa, aber Europa ist oft nicht gleich Europa.

Aber auf der anderen Seite ist es für mich umso schöner, zu sehen, dass ich etwas bewirken kann, dass ich mit meiner Art wie ich den Menschen begegne und sie wertschätze , mit meiner Mitarbeit etwas bewegen kann und ihnen so vielleicht einen kleinen Lichtstrahl am Tag schenken kann. Und wenn du das Leuchten in den Augen eines Kindes von dort siehst, dem du gerade ein gespendetes Kuscheltier in die Hand drückst, ist dein Tag unübertrefflich berührt. :-)

Jasmin 

 

Jasmin macht Ihren Einsatz in Spanien. Sie ist dort in einer Gemeinde und arbeitet mit Obdachlosen.  

 

 


" Es ist super aus der bekannten Umgebung rauszukommen und man lernt richtig viel durch und über den Umgang mit anderen Menschen aber auch über sich selbst, zum Beispiel, dass ich gerne ältere Gäste bediene. "

Regine, England